Adaptive Fashion – Mode für Menschen mit einer körperlichen Behinderung.
Was genau ist das?
Was bedeutet dies für die Kleidung?
Wird diese Mode wirklich benötigt?
Ist die Zielgruppe nicht viel zu klein?
Lohnt sich der Vertrieb denn überhaupt?

Diese und noch viele weitere Fragen gaben den Anstoß für die Bachelorarbeit mit dem Titel „Adaptive Fashion – Die Erschließung eines Nischenmarktes in der Modeindustrie am Beispiel von Global Playern und Start-ups“. Plus-Size-Mode und Umstandskleidung gehören mittlerweile zum Alltag und sind sowohl Online als auch im stationären Einzelhandel verfügbar. Mode für Menschen mit einer körperlichen Behinderung wurde jedoch bisher fast vollständig ausgeklammert und bildet damit einen Nischenmarkt ab. Zudem sollte Mode für Menschen mit einer Behinderung bisher hauptsächlich eins sein, nämlich praktisch. Dennoch darf besonders der modische Aspekt der Kleidung nicht außer Acht gelassen werden. Der Bedarf an modischer Kleidung ist, angesichts der Vielzahl an Menschen mit einer körperlichen Behinderung, ebenso vorhanden, wie für Nichtbehinderte auch. Rollstuhlfahrer*innen, sehbehinderte oder kleinwüchsige Menschen haben, speziell auf ihre Kleidung bezogen, ganz besondere Bedürfnisse, die es zu befriedigen gilt. Diese Arbeit soll hierbei Aufmerksamkeit für das Thema Adaptive Fashion schaffen und den öffentlichen Diskurs anregen.

Dieser Arbeit liegt die These zugrunde, dass die Modewelt bisher kaum Platz für Menschen mit einer körperlichen Behinderung hatte, obwohl mehr als eine Milliarde Menschen weltweit in verschiedensten Formen betroffen ist. Eine weitere These, die darauf aufbaut, ist, dass Adaptive Fashion das Leben dieser Menschen bereichern und den Alltag ihrer Angehörigen erleichtern könnte. Wichtige Kernfragen sind, warum das Thema der adaptiven Mode so wenig Aufmerksamkeit erhält und welche Bekleidungsbedürfnisse Menschen mit einer körperlichen Behinderung eigentlich genau haben. Es wird zudem auf die Frage eingegangen, warum es bisher nur sehr wenig adaptive Mode auf dem Markt gibt und sie daher eine Nische darstellt. Des Weiteren wird beleuchtet, was Unternehmen im Bereich Adaptive Fashion empfohlen werden kann, um diese erfolgreich(er) zu vertreiben.

Um die Thesen zu prüfen und Kernfragen detailliert zu beantworten, wird zuerst der allgemeine Umgang mit körperlicher Behinderung in Deutschland aufgezeigt. Hierbei wird auf die Historie eingegangen als auch die Integration im öffentlichen Leben und der öffentliche Diskurs erläutert. Zudem werden, im Rahmen einer Umfrage, Menschen mit einer körperlichen Behinderung zu ihren vestimentären Bedürfnissen befragt. Im zweiten Kapitel wird der Markt für adaptive Mode betrachtet und eine Marktanalyse vorgenommen. Es folgen vier Best Practice Beispiele von Global Playern und Start-ups, die sich bereits dem Thema Adaptive Fashion angenommen haben. Das dritte Kapitel beschäftigt sich mit Adaptive Fashion im öffentlichen Diskurs und geht sowohl auf Werbekampagnen als auch auf Social Media als Plattform ein. Den Abschluss bildet eine Zeitgeistbetrachtung, in der es um den Aspekt der „Disability“ in Zeiten von „Diversity“ als auch um die Cyborg-Kultur der Generation Z geht. Im letzten Kapitel werden Handlungsempfehlungen für Unternehmen im Bereich Adaptive Fashion ausgesprochen und Zukunftsprognosen formuliert.

Ziel der Bachelorarbeit ist es, die Wahrnehmung von Menschen mit einer körperlichen Behinderung in der Gesellschaft darzustellen, und diese Menschen, im Rahmen der integrierten Befragung, auch selbst zu Wort kommen zu lassen. Es soll aufgezeigt werden, was genau ihre vestimentären Bedürfnisse und Einstellungen zum Thema Mode sind. Diese Arbeit zeigt, wie notwendig adaptive Mode für sehr viele Menschen ist, besonders vor dem Hintergrund, dass ihr Bedarf nicht hinreichend bedacht und befriedigt wird. Zudem soll der Begriff der adaptiven Mode verständlich formuliert und in einen aktuellen Kontext gebracht werden.
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Weitere Infos zum Studiengang:

Mode- und Designmanagement (B.A.)